Cranio-Sacrale-Therapie

Seit meiner Kindheit begleitet mich das Phänomen, dass sobald ich Pferde und generell Tiere sehe, meine momentane Grundstimmung sich meist sofort in Freude wandelt. Je älter ich werde desto deutlicher wird mir das und viele Menschen denen ich begegne berichten mir von einem ähnlichen inneren Erleben.

Eine gewisse erwachsene Alltags-Ernsthaftigkeit weicht sofort einer Lebendigkeit und Freude an der spürbaren gegenwärtigen Präsenz der Tiere und dem offenen Kontakt der entsteht. Aus meiner Erfahrung haben Pferde selbstverständlich ihre eigenen Lebensgeschichten und Prägungen wie wir, aber sie bleiben nicht dauerhaft und ausschließlich gedanklich darin hängen. Einfach aus dem Grund weil sie spüren dass das die uneffektivste Möglichkeit wäre das Leben zu gestalten und ständig ablenken würde von der aktuellen Situation und ihren Anforderungen. Jeder Augenblick wird mit allen Sinnen erfasst, durchlebt und wieder losgelassen und das daraus Gelernte wird abgespeichert.

Sie erfahren Situationen und Leben auf eine umfassendere, ganzheitlichere Art und Weise als wir es gewohnt sind. Und das ist unglaublich ansteckend.

Mein Weg zu den Pferden war spontan und ohne Vorkenntnisse.

1996, kurz vor meinem Schulabschluss, nahm eine Bekannte mich als Überraschung zu einem großen Islandpferdehof, dem Wiesenhof bei Karlsruhe, mit. Sie behandelte dort als Heilpraktikerin regelmäßig einige Pferde und fragte mich aus reiner Neugier immer wieder nach meinem Eindruck von Ausstrahlung und Bewegungsabläufen der Pferdepatienten. Nach ein paar verblüffenden Stunden für mich und einige Antworten später war ersichtlich: „Du hast da irgendwie einen Draht und einen natürlichen Zugang“. 

Unter ihrer Anleitung durfte ich ab diesem Moment immer mehr Pferde betreuen, verstärkte damit meinen intuitiven Zugang und sammelte gleichzeitig immer mehr Wissen und Praxis über Pferde, Reiten und Bodenarbeit.

Damit war mir meine berufliche Ausrichtung klar geworden: ich wollte gerne Menschen und Pferde behandeln. Ich machte die Heilpraktiker-Ausbildung in Hamburg, lernte in Zürich die Cranio-Sacrale-Therapie für die Anwendung beim Menschen und übertrug diese auf den Pferdekörper da es zu der Zeit keinerlei adäquate Ausbildung für Pferde gab.

Anfänglich behandelte ich auf dem Wiesenhof, bald darauf im weiteren Umkreis von Karlsruhe und dann weiter bis in die Pfalz hinauf. 

In den letzten 20 Jahren lernte ich durch meine Arbeit viele große und kleinere Höfe kennen, mit lauter wunderbaren Pferdepatienten und ihren Menschen 😉

Pferde haben eine völlig andere Art mit Beschwerden und Schmerzen umzugehen als wir Menschen. Sie integrieren sie auf eine Art und Weise in ihr Gesamtkörpererlebnis und ihre Bewegungen, dass eine Veränderung in ihrem Verhalten oder in den Bewegungsabläufen nur für den besonders aufmerksamen oder langjährig geschulten Beobachter erkennbar wird. Das macht es manchmal schwerer überhaupt zu merken wann Behandlungsbedarf besteht.

Die Cranio-Sacrale-Therapie eignet sich wie in der Humanmedizin für die Behandlung von:

  • chronischen Verspannungen im gesamten Wirbelapparat
  • Reizzuständen im Muskel+Organbereich.
  • Stresszuständen und ängstlichen Phasen
  • Gelenkbeschwerden
  • Schmerzzuständen
  • Kiefergelenksbeschwerden

Sie dient in hohem Maße dem Auffinden tiefliegender Gewebestörungen, eingefahrener, ganzkörperlicher Bewegungsmuster/Schonhaltungen nach Verletzungen oder bei der Beruhigung von Stressfaktoren z.B. im Verdauungssystem, die oft von außen schwer wahrnehmbar sind. 

Zudem wirkt diese Behandlungsform meist sehr beruhigend/entspannend/ausgleichend, weil nichts am Körper manipuliert/gelöst wird was gerade vom Pferdekörper nicht geleistet werden kann.

Gerne gebe ich den Pferdemenschen auch einfache Tipps an die Hand, wie z.B. die Klopfmassage, um dem eigenen Pferd bei Verspannungen sofort helfen zu können oder vorbeugend zum Erhalten des Wohlbefindens beizutragen. Oder wir schauen gemeinsam wie zum Beispiel ein verspannter Bereich zu erkennen ist bevor es gravierende Gewebeschäden oder Verletzungen gibt.

Auch nach all der langen Behandlungserfahrung gibt es für mich wohl kein schöneres Gefühl, als wenn Gewebe unter meinen Fingern „schmilzt“, weich wird und sich öffnet. 

Die Pferde spüren dies im selben Augenblick mit und bekommen dann einen herrlichen, völlig in sich versunkenen Gesichtsausdruck. Dieses vertrauensvolle Loslassen mitzuerleben ist das größte Geschenk.

Ich freue mich darauf.